1. September 2014


Stellungnahme der DSHNHL zur Vitamin-D-Substitution bei DLBCL

 

Die DSHNHL hat kürzlich eine Studie1 veröffentlicht, die zeigt, dass ältere DLBCL Patienten mit sehr niedrigem Vitamin-D-Spiegel eine schlechtere Prognose haben, wenn sie mit Rituximab behandelt werden. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Vitamin-D-Mangel die Aktivität der natürlichen Killerzellen hemmt, die wesentlich zur Antikörper-abhängigen zellulären Zytotoxizität (antibody-dependent cellular cytotoxicity = ADCC), dem wichtigsten Wirkmechanismus von Rituximab, beitragen. Die Tatsache, dass die Hinzunahme von Rituximab zur CHOP-Chemotherapie das ereignisfreie Überleben nach 3 Jahren bei Patienten mit sehr niedrigen Vitamin-D-Spiegeln um nur 16%, bei Patienten mit höheren Vitamin-D-Spiegeln aber um 31% verbessert, spricht dafür, dass eine Substitution von Vitamin D die Prognose von DLBCL-Patienten, die mit R-CHOP behandelt werden, weiter verbessern könnte.

 

Ob eine Vitamin-D-Substitution die Prognose von DLBCL-Patienten tatsächlich verbessert, lässt sich aber nur in einer prospektiven Studie nachweisen. Die derzeit einzige prospektive Studie zur Vitamin-D-Substitution bei DLBCL-Patienten weltweit ist die OPTIMAL>60 Studie der DSHNHL bei älteren DLBCL-Patienten; wir empfehlen daher allen Ärzte und Patienten, an dieser Studie teilzunehmen, damit die wichtige Frage beantwortet wird, ob eine Vitamin-D-Substitution die Prognose von DLBCL-Patienten tatsächlich verbessern kann.

 

Außerhalb von Studien sollte entsprechend den Empfehlungen mehrerer Fachgesellschaften Vitamin-D grundsätzlich substituiert werden, sobald eine Unterversorgung (10-30 ng/ml) oder gar ein Mangel (<10 ng/ml) festgestellt wird. Welcher Vitamin-D-Spiegel für die Wirkung von Rituximab optimal ist, ist unklar und Gegenstand laufender Untersuchungen innerhalb der OPTIMAL>60 Studie. Durch eine Teilnahme an der OPTIMAL>60 Studie haben der behandelnde Arzt und der Patient die Garantie, dass die Vitamin-D-Dosierung dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht und entsprechend einlaufender Studienergebnisse nach den neuesten Erkenntnissen modifiziert werden wird.   

 

Literatur:

Bittenbring J, Neumann F, Altmann B et al. Vitamin D deficiency impairs rituximab-mediated cellular cytotoxicity and outcome of DLBCL patients treated with, but not without rituximab . J Clin Oncol 2014;in press.